Rund zwei von drei neuen Pkw gehen an gewerbliche Halterinnen und Halter: 2025 waren es in Deutschland 66,1 % aller 2.857.591 Neuzulassungen. Auf private Halterinnen und Halter entfielen 33,9 %. Diese Durchschnittszahl verdeckt allerdings große Unterschiede. Im Segment Oberklasse lag der gewerbliche Anteil bei 86 %, im Segment Wohnmobile bei 32 %. Noch weiter auseinander liegen einzelne Modellreihen.
Die Zahl stammt aus der KBA-Reihe FZ 11, die zu jeder Modellreihe den Anteil gewerblicher Halterinnen und Halter nennt. Die Tabelle fasst dort alles zusammen, was nicht privat zugelassen ist. Sie trennt nicht nach Branchen und sagt auch nichts darüber, wer ein Fahrzeug später fährt oder wie lange es beim ersten Halter bleibt.
Von der Oberklasse bis zum Wohnmobil
Sieben der 13 Segmente liegen über dem Durchschnitt, angeführt von Oberklasse, Obere Mittelklasse und Mittelklasse. Die Wohnmobile bilden den Gegenpol: Sie sind das einzige Segment, in dem weniger als 40 % der Fahrzeuge gewerblich zugelassen werden. Die SUVs liegen mit 60 % unter dem Durchschnitt, stellen wegen ihrer schieren Menge aber trotzdem die meisten gewerblichen Neuzulassungen: rechnerisch rund 568.000, also 30 % aller gewerblich zugelassenen Pkw.
| Platz | Segment | Neuzulassungen | gewerblich | rechnerisch |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Oberklasse | 16.857 | 86 % | 14.480 |
| 2 | Obere Mittelklasse | 154.077 | 81 % | 124.494 |
| 3 | Mittelklasse | 226.996 | 79 % | 178.646 |
| 4 | Geländewagen | 311.061 | 75 % | 234.540 |
| 5 | Utilities | 134.440 | 75 % | 100.427 |
| 6 | Großraum-Vans | 54.025 | 71 % | 38.196 |
| 7 | Kompaktklasse | 476.480 | 67 % | 319.242 |
| 8 | Kleinwagen | 337.443 | 64 % | 215.964 |
| 9 | Minis | 67.031 | 60 % | 40.085 |
| 10 | SUVs | 950.895 | 60 % | 567.684 |
| 11 | Sportwagen | 19.168 | 56 % | 10.715 |
| 12 | Mini-Vans | 20.564 | 48 % | 9.932 |
| 13 | Wohnmobile | 71.575 | 32 % | 23.262 |
Die letzte Spalte multipliziert die Segmentzahl mit dem Anteil und ist deshalb nur ein gerundeter Richtwert, denn das KBA veröffentlicht hier Prozentwerte mit einer Nachkommastelle. Auch das Segment Utilities liegt mit 75 % über dem Durchschnitt, die Mini-Vans mit 48 % deutlich darunter.
Marken: ein Abstand von fast 60 Punkten
FZ 11 nennt keine Markensumme. Die folgenden Werte sind deshalb aus den Modellreihen mit mindestens 1.000 Neuzulassungen gewichtet, und zwar für alle Marken, die damit auf mindestens 10.000 Fahrzeuge kommen. Am höchsten ist der Wert bei BYD (88 %), gefolgt von Opel und Audi. Am niedrigsten ist er bei Fiat (30 %), Dacia und Tesla.
| Platz | Marke | gezählte Neuzulassungen | gewerblich |
|---|---|---|---|
| 1 | BYD | 23.083 | 88 % |
| 2 | Opel | 134.882 | 86 % |
| 3 | Audi | 205.239 | 82 % |
| 4 | Nissan | 31.025 | 75 % |
| 5 | Land Rover | 11.933 | 74 % |
| 6 | VW | 559.550 | 73 % |
| 7 | BMW | 251.104 | 73 % |
| 8 | Toyota | 86.646 | 72 % |
Am anderen Ende der Liste stehen diese Marken; gezählt wird hier von unten:
| Nr. | Marke | gezählte Neuzulassungen | gewerblich |
|---|---|---|---|
| 1 | Fiat | 53.133 | 30 % |
| 2 | Dacia | 73.598 | 31 % |
| 3 | Tesla | 19.158 | 37 % |
| 4 | Renault | 58.264 | 52 % |
| 5 | Seat | 162.429 | 56 % |
| 6 | Hyundai | 92.284 | 56 % |
Unter den fünf volumenstärksten Marken liegen die Werte näher beieinander, aber nicht eng: Audi 82 %, VW 73 %, BMW 73 %, Skoda 62 % und Mercedes 60 %. Bei Mercedes drücken Reihen mit hohem Privatanteil den Wert, etwa Mercedes B-Klasse und Mercedes GLA.
Die Modellreihen an beiden Enden
Unter den Modellreihen mit mindestens 10.000 Neuzulassungen hat Opel Astra mit 93 % den höchsten gewerblichen Anteil. Am niedrigsten ist er bei Dacia Bigster mit 22 %.
| Platz | Modellreihe | Neuzulassungen | gewerblich |
|---|---|---|---|
| 1 | Opel AstraKompaktklasse | 34.928 | 93 % |
| 2 | VW PassatMittelklasse | 44.609 | 92 % |
| 3 | Audi Q4SUVs | 11.776 | 91 % |
| 4 | VW ID.7Obere Mittelklasse | 34.563 | 90 % |
| 5 | Skoda SuperbMittelklasse | 18.030 | 90 % |
| 6 | Audi Q6SUVs | 13.571 | 89 % |
| 7 | Audi A5Mittelklasse | 27.188 | 89 % |
| 8 | Audi A6Obere Mittelklasse | 37.505 | 89 % |
| 9 | VW TayronSUVs | 27.126 | 88 % |
| 10 | VW TouranGroßraum-Vans | 14.236 | 86 % |
Dass das nicht allein am Segment liegt, zeigt die Kompaktklasse: Opel Astra und Dacia Sandero stehen dort in derselben Gruppe, liegen aber 66 Prozentpunkte auseinander. Die niedrigsten Werte in dieser Größenklasse sind diese:
| Nr. | Modellreihe | Neuzulassungen | gewerblich |
|---|---|---|---|
| 1 | Dacia BigsterSUVs | 13.767 | 22 % |
| 2 | Seat BornKompaktklasse | 18.847 | 26 % |
| 3 | Dacia SanderoKompaktklasse | 26.438 | 27 % |
| 4 | Fiat DucatoWohnmobile | 31.445 | 29 % |
| 5 | Fiat 500Minis | 10.576 | 30 % |
| 6 | Hyundai InsterKleinwagen | 10.064 | 35 % |
| 7 | Dacia DusterSUVs | 15.260 | 36 % |
| 8 | Skoda KamiqSUVs | 22.531 | 36 % |
| 9 | Mercedes GLASUVs | 23.533 | 39 % |
| 10 | Mercedes A-KlasseKompaktklasse | 18.480 | 40 % |
Die häufigsten Autos im Land sind überwiegend gewerblich zugelassen. Die zehn zulassungsstärksten Modellreihen kommen zusammen auf 75 % und liegen damit über dem Gesamtmarkt. Innerhalb dieser Gruppe reicht die Spanne von 54 % bei VW T-Roc bis 92 % bei VW Passat. Bei den kleinen Autos ist das Bild gemischter: Im Segment Minis sind es 60 %, bei den Kleinwagen 64 % und in der Kompaktklasse 67 %.
Auch rein elektrische Modellreihen liegen weit auseinander. Unter denen mit mindestens 5.000 Neuzulassungen reicht die Spanne von 91 % bei Audi Q4 bis 26 % bei Seat Born. Die Antriebsart allein bestimmt den Halteranteil also nicht.
Auch innerhalb einer Marke kann die Spanne groß sein. Am weitesten auseinander liegen unter den Modellreihen ab 5.000 Neuzulassungen die von Mercedes: Vito kommt auf 91 %, B-Klasse auf 21 %. Dahinter folgt Skoda mit Superb (90 %) und Kamiq (36 %).
Der Antrieb macht weniger aus als die Marke
Fasst man die Modellreihen danach zusammen, welcher Antrieb bei ihnen die Mehrheit stellt, liegen die Werte viel enger beieinander als bei Marken oder Segmenten: zwischen 61 % und 72 %. Den höchsten Wert haben die Reihen, die überwiegend als Plug-in-Hybrid zugelassen werden. Modellreihen ohne klare Mehrheit eines Antriebs fehlen in dieser Rechnung.
| Nr. | Mehrheit bei | Modellreihen | Neuzulassungen | gewerblich |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Plug-in-Hybrid | 17 | 113.097 | 72 % |
| 2 | Diesel | 25 | 294.250 | 69 % |
| 3 | Elektro | 53 | 404.877 | 63 % |
| 4 | übrige Antriebe | 40 | 626.965 | 63 % |
| 5 | Hybrid ohne Stecker | 71 | 604.833 | 61 % |
Modellreihen, die das KBA in FZ 11 als neu kennzeichnet, liegen zusammen bei 61 % und damit unter dem Durchschnitt aller Pkw. Für Rückschlüsse auf einzelne Fahrzeuge taugen solche Zahlen nicht; sie beschreiben nur, wer im Jahr der Erstzulassung als Halter eingetragen wurde.
Zwei Modellreihen gegenüberstellen
Den gewerblichen Anteil zweier Modellreihen zeigt der Direktvergleich neben Jahreszahlen, Monaten und Antrieben. Den Wert einer einzelnen Reihe nennt auch deren Seite im Abschnitt Antriebe. Die Segmentwerte stehen auf den Segmentseiten, und wie der Anteil gezählt ist, erklärt die Lesehilfe.
Quellen: Kraftfahrt-Bundesamt, Flensburg, FZ 10 „Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Marken und Modellreihen“ und FZ 11 „Neuzulassungen von Personenkraftwagen nach Segmenten und Modellreihen“, Jahresergebnisse 2022 bis 2025; Datenlizenz Deutschland – Namensnennung – Version 2.0. Berechnungen: Zulassungszahlen. Datenstand: Jahresergebnis 2025.